Gute 30 Jahre hat man in Dietzenbach Strassen renoviert, saniert und repariert, ohne dass die Anlieger mit an den Kosten beteiligt wurden. Dies allerdings war nicht in Ordnung, weil es ja einen Satzungsbeschluss gab, der vorschrieb, bei Grundsanierungen müssen die davon profitierenden Hausbesitzer mit zahlen.
Als noch Gelder in der Stadtkasse waren, drückten sich die Politiker davor, denn man macht sich ja bekanntlich nicht beliebt, wenn man zur Kasse bittet. Und die Kämmerer Niemann, Hendel, Gieseler nahmen inkauf, für ihr Fehlverhalten zwar von der Kommunalaufsicht regelmäßig gerügt zu werden, aber dem Wahlvolk einen Gefallen getan zu haben.
Jetzt, wo die Kasse leerer als leer ist, hängt das Damokles-Schwert jedoch bedrohlich über den Verantwortlichen der Kreisstadt Dietzenbach. Und der am kommenden Freitag zu verabschiedende Haushalt für das laufenden Jahr wird von der Kommunalaufsicht sicherlich nicht genehmigt, wenn nicht klipp und klar festgezurrt ist, dass ab sofort die Straßenbeitrags-satzung angewendet wird.
Die Freien Wähler, just personell erweitert um einige aus der WIR-Unterstützergruppe vom Bürgermeisterwahlkampf, wollen sich dem Diktat zwar noch immer nicht beugen und erhoffen, eine Umlage von allen Dietzenbachern zu erheben, so dass die Last derer nicht über Gebühr hoch wird, deren Straßen nun in kürze ausgebessert werden müssen. Und, wenn man das mal genau nimmt, dann ist es auch nur schwer einzusehen, wieso alle Anlieger der in den letzten zig Jahren reparierten Straßen ohne Beitragszahlungen davon gekommen sind, und ab sofort diejenigen zum Teil erhebliche Summen berap-pen müssen, denen eine Reparatur jetzt „ins Haus“ steht.
Fragt sich also: Wer macht mit im Parlament und setzt sich ein für „alle zahlen“, denn alle in Dietzenbach haben ja dann auch was davon?
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