„Wer zu viel will, bekommt manchmal gar nichts!“

Städtebauliche Konzepte müssen immer von allen Seiten betrachtet werden, bevor man „ja“ und „amen“ sagt. Unser Baufeld C liegt ja im heiß umstrittenen „neuen Stadtzentrum“ und damit wird eine Entscheidung nicht einfacher. Grundsätzlich gäbe es ja auch gar nichts mehr zu diskutieren, hätte der Investor Ten-Brinke nicht Abstand von seinem ursprünglichen Angebot genommen, dort auf von der Stadt erworbenem Grund und Boden für LIDL und TEGUT zu bauen. Seit seiner Mitteilung, er wolle das Grundstück entgegen dem abgeschlossenen Vertrag vom 30. Juli 2008 ausschließlich in Erbpacht übernehmen, weil sich seine Kalkulation sonst nicht mehr rechne, geht quer durch die Dietzenbacher Politik und dem politisch interessierten Teil der Bevölkerung ein schon fast ideologischer Streit.
„Warum macht er das?“, ist die alles beherrschende Frage. Und berechtigterweise muss man analysieren, was rechnet sich für die Stadt Dietzenbach: Verkauf oder Erbpacht?
Aber dabei kann man es nicht belassen! Wir müssen auch entscheiden, ob wir das Baufeld C in absehbarer Zeit bebaut haben wollen, ob wir dort einen LIDL, einen TE-GUT und eine dm-Drogerie haben wollen. Ob wir uns damit zufrieden geben, dort über längere Zeit noch eine Brache zu haben oder die Ansiedlung von Gewerbesteuerzahlern, die selbstverständlich auch Arbeitsplätze bereitstellen für hiesige Bürgerinnen und Bürger.
Gestern in der SVV wurde nach Rücksprache mit Herrn Albert Ten-Brinke der Ent-scheidungstermin nochmal um einen Monat geschoben. Bis 30. August dieses Jahres hat also er wie wir Zeit, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Allem Anschein nach, so hat es sich in einem ausführlichen Vorgespräch dargestellt, gibt es für Herrn Ten-Brinke keine Option „kaufen“ mehr. Also ist es an uns, entweder ja oder nein zu einer wie auch immer konditionierten Erbpachtlösung zu sagen.
Wenn Erbpacht, dann muss diese sich für die Stadt lohnen, also mindestens ein bis zwei Prozent höher sein als wir für Bankzinsen bezahlen müssen, die anfallen, wenn wir das Grundstück von der DSK heraus kaufen gegen Kredit. Und es müssen auch noch eine Reihe anderer Kriterien stimmen. Hierzu sind alle Fraktionen aufgefordert, ihre Wünsche schriftlich einzubringen und danach sollte so frühzeitig vor dem 30. August in einer HAFI-+BAU-Sondersitzung Einigkeit erzielt werden, so dass termingerecht mit Herrn Ten-Brinke ein Vertrag geschlossen werden kann.
Zu bedenken dabei ist, dass beide Vertragsparteien zufrieden sein müssen mit dem Ergebnis … und jede Seite muss dabei bedenken „wer zu viel will, bekommt manchmal garnichts!“

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